Meist sind es Selbständige, die auf der Suche nach dem günstigsten Tarif in der PKV sind. Nicht jeder Selbständige ist Gutverdiener und es gibt verschiedene Beweggründe nach einer günstigen PKV zu suchen

  • Man ist jung, gesund und möchte nicht in die gesetzliche Krankenversicherung, sondern das meiste Geld für sich haben.
  • Man ist etwas älter, gesund, die Beiträge sind nun aber sehr gestiegen. Gerade im Alter sind die Möglichkeiten oft begrenzt. Man kann seine PKV-Kosten reduzieren bzw. halbieren, aber dann steigt auch der Selbstbehalt enorm an.

Günstigste private Krankenversicherung für Selbständige


Es gibt PKV Tarife zwischen 80 € und 100 € im Monat. Solche Tarife haben meist folgende Merkmale:

  • Der Selbstbehalt ist relativ hoch
  • Man muss ein gewisses Alter haben. Je jünger und gesünder man ist, desto günstiger ist der Tarif, den man in der PKV bekommen kann.

Oft steigt der Beitrag jedes Jahr. Der Autor hat mit einem 130 € Tarif angefangen welcher nach 13 Jahren auf 290 € gestiegen ist. Auch mit über 40 kann man den Beitrag als Selbständiger noch reduzieren. Oft sogar halbieren. Allerdings steigt damit der Selbstbehalt.

Fragt man seine PKV nach einem günstigeren Beitrag, so werden diese als Erstes Tarife mit höherem Selbstbehalt vorschlagen. Gleichzeitig werden diese daraus hinweisen, dass man danach nicht ohne Gesundheitsprüfung in einen Tarif mit niedrigerer Selbstbeteiligung zurück wechseln kann.

Muss ich als Selbständiger privat versichert sein ?

Selbstständige sind versicherungsfrei. Sie dürfen wählen, ob sie sich in der Privaten oder Gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Allerdings müssen sie auch ihren kompletten Beitrag alleine bezahlen. Deswegen entscheiden sich in jungen Jahren viele Selbständige für die PKV.

Wie bekomme ich einen sehr günstigen Tarif in der PKV als Selbstständiger?

Fragen Sie ihre Versicherung oder ihren Berater explizit danach. Geben Sie an welchen Selbstbehalt Sie bereit sind zu akzeptieren.

Was mache ich wenn ich als Selbständiger meinen PKV-Beitrag nicht mehr bezahlen kann ?

Es sind harte Zeiten für alle Selbständigen. Experten schlagen vor, dass man zuerst mit seiner Versicherung eine Lösung finden soll. Diese werden günstigere Tarife vorschlagen.

Was passiert mit meiner PKV wenn ich als Selbständiger Bürgergeld erhalte?

Sie bleiben privat versichert. Das Jobcenter übernimmt einen Zuschuss zum Versicherungsbeitrag.
Dieser ist bei der privaten Krankenversicherung begrenzt auf den halbierten Beitrag des Basistarifs der privaten Krankenversicherung.
Man ist also gezwungen in den Basistarif zu wechseln. Davon zahlt das Jobcenter 50% der Kosten. Maximal jedoch 403,99 EUR.

Bleibt man einen gewissen Zeitraum (6 bis 12 Monate) Bürgergeld-Empfänger als Selbständiger, so wird das Jobcenter Lösungen suchen. Wozu auch gehören kann, dass man die Selbständigkeit aufgibt und evtl. eine angestellte Tätigkeit aufnimmt. Das kann dann Auswirkungen auf die Krankenversicherung eines Selbständigen haben.

Ist man nicht mehr Selbständig bzw. nur noch ein kleiner Anteil am Einkommen ist aus der Selbständigkeit, so muss man in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Über dem 55. Lebensjahr ist dies jedoch nicht mehr möglich.

Wie kann ich als Selbständiger wieder in die GKV zurück wechseln ?

Sie sind nicht der erste Selbständige, der dies fragt und vor diesem Dilemma steht. Der Gesetzgeber hat hier Grenzen gesetzt, damit man kein Cherrypickung (Rosinenpickerei) betreibt.
Man hat sich als junger Selbständiger mit gutem Einkommen von den günstigen Tarifen locken lassen. Sowie von der Tatsache, dass der Beitrag nicht vom Einkommen abhängig ist. man kann somit richtig viel Geld sparen.

Dieser Vorteil wird aber immer kleiner. Die Beiträge in der PKV steigen immer weiter und sind weiterhin nicht an das Einkommen gebunden. Was früher ein Vorteil war, das ist jetzt ein ziemlich großer Nachteil wenn einem hohe PKV-Beiträge Sorge bereiten.


Man würde die Solidargemeinschaft in Anspruch nehmen, obwohl man in guten Jahren mit Absicht nicht eingezahlt hat und privat versichert war.

Es soll verhindert werden, dass die gesetzlichen Krankenkassen ganz allein das Risiko der Älteren und Kranken tragen, während die privaten Krankenversicherungen von den jungen gesunden Versicherten profitieren, die dann im Alter in die GKV wechseln.

Man kann seine Selbständigkeit aufgeben bzw. nebenher weiter betreiben und in ein Angestelltenverhältnis wechseln. Man muss versicherungspflichtig sein, mehr als 520 € verdienen, aber unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von derzeit 69.300 Euro bleiben. Ob man die Selbständigkeit ganz aufgibt oder nebenher ist für den Gesetzgeber irrelevant.

Es ist zudem möglich in die Familienversicherung des Ehepartners einzutreten. Allerdings muss man hierfür auch seine Selbständigkeit aufgeben.

Mit über 55 zurück in die GKV wechseln ?

Ein Wechsel zurück in die GKV ist über 55 Jahren eigentlich ausgeschlossen, es gibt aber Ausnahmefälle.

Man kann mit über 55 Jahren zurück in die GKV, wenn man nachweisen kann, dass man in den letzten fünf Jahren für mindestens einen Tag gesetzlich versichert war.

Es ist möglich über die Familienversicherung des Ehepartners in die GKV einzutreten. Man darf nicht mehr als 445 € monatlich bzw. als Minijobber nicht mehr als 520 € monatlich verdienen.

Kann ich die private Krankenversicherung von der Steuer absetzen ?

Grundsätzlich kann man als Selbständiger den Beitrag zur privaten Krankenversicheurng von der Steuer absetzen. Der Höchstbeitrag für Selbständige beträgt bis zu 2.800 Euro.

Vorteile PKV für Selbständige:

Geld bzw. Beiträge:

Die PKV ist für Selbstständige meist deutlich günstiger als eine gesetzliche Krankenversicherung wenn diese gut bzw. ausreichend verdienen. Dies liegt an der Beitragsbemessungsgrenze. An dieser bemisst sich der Beitrag, den Selbständige in der GKV zahlen.

Sie beträgt 2024 5.175,00 Euro im Monat oder 62.100 Euro im Jahr.

Der Krankenversicherungsbeitrag in der GKV beträgt somit höchstens 817,65 € mit Anspruch auf Krankentagegeld oder 786,60 € ohne Anspruch auf Krankentagegeld.

Bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber 50% des Beitrages. Allerdings haben Selbständige keinen Arbeitgeber. Sie sind ihr eigenen Arbeitgeber. Also müssten die 817,65 € aus eigener Tasche bezahlt werden. In der PKV hätte man für das Geld einen absoluten Elitetarif.

Wobei es auch für rund 200 € schon adäquate Tarife in der PKV gibt.

Gutverdienende Selbstständige und Freiberufler zahlen in der GKV durchschnittlich 845 Euro pro Monat, während Privatversicherte nur 300 – 400 Euro für ihre PKV bezahlen.

In Punkto Geld ist die private Krankenversicherung unschlagbar, wenn es im Alter nicht zu teuer wird.

Arztwahl

PKV: Freie Arztwahl, schnelle Terminvergabe. Man erhält schnelle rTermine. Oft wird das auch schon ganz offen kommuniziert.

GKV: Grundversorgung durch Hausärzt:in oder Überweisung an Fachärzt:in

Krankenhaus:

PKV: Freie Krankenhauswahl, 1- oder 2-Bettzimmer, Chefarztbehandlung

GKV: Mehrbettzimmer, keine Mitbestimmung bei behandelnden Ärzt:innen oder Krankenhaus, Eigenkostenanteil

Medikamente

PKV: Volle Kostenübernahme für alle zugelassenen Medikamente

GKV: Nur verschreibungspflichtige Medikamente + übliche Zuzahlung.

Zahnersatz

PKV: Bis zu 100 % Kostenübernahme für hochwertigen Zahnersatz

GKV: 50 % Kostenübernahme der Grundversorgung

Vorsorge

PKV: Volle Kostenübernahme bei Vorsorgeuntersuchungen

GKV: Kostenübernahme für Vorsorgeuntersuchungen ab Erreichen der Altersgrenze

Was sind die Nachteile der PKV für Selbständige?

Die niedrigen Beiträge in jungen Jahren werden im Alter höher. Gleichzeitig steigt das Einkommen nicht. Es ist möglich, dass Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ändert sich ihre Lebenssituation (Familie) und Sie sind privat versichert, so müssen Sie jedes einzelne Familienmitglied einzeln mit versichern. Das wird teuer.

Welche Auswirkungen hat die Familiensituation für mich als Selbständiger auf die Wahl zwischen GKV und PKV ?

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es die Familienmitversicherung. Die Familienmitglieder inklusive Kinder sind mit versichert.

In der privaten Krankenversicherung muss man für jedes einzelne Familienmitglied ein eigener Beitrag geleistet werden. Bei einer vierköpfigen Familie kann das sehr schnell mehr als 1000 € und mehr pro Monat betragen.

Was für ein Selbständiger sind Sie ?

Ist ihr Einkommen gering, mittelmäßig oder hoch ? Handelt es sich um ein sicheres Einkommen, unterliegt es Schwankungen ?
Haben Sie eine Familie und ihr Einkommen ist eher normal und nicht immer zu 100% gleich und beständig, so sollten sie sich gesetzlich versichern. Fliesst das Einkommen als Selbständiger mal nicht, so bekommen sie schnell Probleme und Druck.
In der GKV gilt das Solidarprinzip. Sie zahlen nur dann viel, wenn Sie auch viel verdienen. Verdienen Sie sehr wenig, so zahlen Sie auch sehr wenig. Und mit diesem Sicherheitsgefühl können Sie ruhiger schlafen.

Das ist gegen unsere Webseite (Versicherungsvermittlung), aber es ist ehrlich.

Ist ihr Einkommen als Selbständiger beständig sehr hoch, so können Sie sich privat versichern. Sie haben bessere Leistungen, meist schneller Arzttermine und viele andere Vorteile. Sobald Sie aber rechnen müssen, kann das zu einem Boomerang werden.

Im Alter stellen sich auch noch grundsätzliche Fragen. Ihre Kinder werden älter, die Tarife teurer. Sie werden auch älter, ihr Tarif wird auch teurer. Steigt ihr Einkommen denn auch, haben Sie dies einkalkuliert ?

Gibt es die beste private Krankenversicherung für Selbstständige?

Die beste PKV für Selbständige gibt es leider nicht. Jeder Selbständige ist anders, hat andere Finanzen, andere Bedürfnisse und eine andere Familiensituation. Was für einen jungen Solo-Selbständigen gut ist, das ist für einen 50-Jährigen Familienvater schon wieder nicht so gut.

Was für einen Single Unternehmer richtig ist, das ist für einen Künstler mit Ehefrau schon wieder verkehrt. Ein Selbständiger legt Wert auf eine hohe Beitragsrückerstattung, ein anderer möchte gerne einen niedrigen Selbstbehalt. Ein Dritter möchte so gute Leistungen wie möglich.

Wieder ein Anderer legt viel Wert auf ein Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus.

Man weiss nicht wie sich die Finanzlage und vor allem die Gesundheitssituation des Selbstständigen in Zukunft entwickelt.
Da man die Zukunft nicht vorhersehen kann, lässt sich die beste PKV im Vorfeld nicht ermitteln. Auch die Beitragsentwicklung in der jeweiligen PKV lässt sich leider nicht vorhersagen.

Was helfen kann ist z.B. ein PKV-Rechner in den man Dinge wie „Alter, Lebenssituation, Selbstbehalt, Beitragsrückerstattung, Leistungen“ individuell eingeben kann. Dann ist man in der Lage Tarife miteinander zu vergleichen.

In diversen Tests schneiden folgende private Krankenversicherungen gut ab:

ARAG, Continentale, Allianz, Signal Iduna, Hallesche, Hanse Merkur, HUK

Gibt es nur die Wahl zwischen PKV und GKV oder existiert noch eine Alternative ?

Eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung und privaten Krankenversicherung für Selbständige wäre die Möglichkeit gesetzlich versichert zu bleiben, aber eine private Krankenzusatzversicherung abzuschliessen.

Dies eignet sich für Menschen, die dennoch eine höhere Leistung als die der GKV erfahren möchten. Aber Angst vor hohen PKV-Beiträgen im Alter haben und deswegen lieber auf einen vollständigen Wechsel in die PKV verzichten.

Selbstständige haben eine Menge Vorteile wenn sie sich für die PKV entscheiden.

  1. Kosten und Beiträge Selbständige in der PKV

Niedrigere Kosten als in der GKV. Der Hauptgrund für Selbstständige in die PKV zu wechseln sind die niedrigeren Kosten und die Tatsache, dass man in der gesetzlichen Krankenversicherung einkommensabhängig seinen Beitrag bezahlt. In Form von 14,6 % des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 62.100 €. Das kann ein Beitrag von 800 € monatlich und mehr betragen. Gerade junge Selbständige, die einen günstigen PKV-Tarif bekommen, wählen hier fast immer die private Krankenversicherung.

Ein Selbständiger verdient monatlich 4.000 € Brutto.

Als Gesetzlich Versicherter würde folgendes Rechenbeispiel entstehen:

Beispielrechnung 1:

Person: Selbständig, Männlich. Alter 35 Jahre.

Einkommen: 4.000 € Brutto
Beitragssatz gesetzliche Krankenkasse: 14,6% von Bruttomonatseinkommen (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 62.100 € Jahreseinkommen)
Beitrag Selbständiger gesetzliche Krankenversicherung: 584,00 € Monatsbeitrag

Einkommen: 4.000 € Brutto
Beitragssatz private Krankenversicherung: Einkommensunabhängig. Beispiel: 250 € Monatsbeitrag

Der Vorteil bzw. die Ersparnis beträgt hier 334 € monatlich oder fast 4.000 € jährlich.

Beispielrechnung 2:

Person: Selbständig, Männlich. Alter 54 Jahre.
Einkommen: 3.000 € Brutto
Beitragssatz gesetzliche Krankenkasse: 14,6% von Bruttomonatseinkommen (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 62.100 € Jahreseinkommen)
Beitrag Selbständiger gesetzliche Krankenversicherung: 438,00 € Monatsbeitrag

Einkommen: 3.000 € Brutto
Beitragssatz private Krankenversicherung: Einkommensunabhängig. Beispiel: 550 € Monatsbeitrag

Der Vorteil bzw. die Ersparnis beträgt hier -112 € monatlich oder fast -1.300 € jährlich.
Rein monetär ist es für den 54-jährigen nicht mehr von Vorteil in der PKV versichert zu sein.

Aus einem Vorteil in jungen Jahren wird ein Nachteil wenn das Einkommen nicht mehr hoch genug ist und der Monatsbeitrag immer weiter steigt. Man sollte sich in jungen Jahren bereits Gedanken machen und einen Plan in der Hinterhand haben.

  1. Leistungen

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung kann der Versicherungsnehmer seinen Schutz nach individuellen Maßstäben selbst zusammenstellen. Auf jeden Fall sollte sichergestellt sein, dass ein sehr großer Teil möglicher Krankheitskosten auch von der Versicherung gedeckt ist. Die Leistungen sind in der privaten Krankenversicherung weit besser. Dazu zählen z.B.

  • Krankentagegeld (für Selbständige und Freiberufler)
  • Zahnersatz von mindestens 75 Prozent
  • Zahnbehandlungen von mindestens 80 Prozent.
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Psychotherapie
  • Zweibettzimmer im Krankenhaus
  • Krankentransport
  • Reha und Kuren
  • Arzthonorare des 3,5-fachen Gebührensatzes

Natürlich kann man selbst noch weitere Leistungen hinzubuchen wie z.B. Heilpraktikerbehandlung, Einzelzimmer, Chefarztbehandlung, Krankenhauswahl, Augenlaser-OP, bestimmte Hörhilfen usw.