Wird man als Privatpatient wirklich besser behandelt? Erfahrungen

Im Volksmund heisst es, dass man als gesetzlicher versicherte Person ein Patient zweiter Klasse ist. Ist dies richtig?

Sind Privatpatienten beim Arzt beliebter?
Ich kenne viele Ärzte bei denen man sofort merkt, dass er hier keine Unterschiede macht. Ich kann nur vermuten, dass ein solches Menschenbild natürlich gegen die Ethik von vielen Ärzten verstoßen würde. Nicht jeder Privatpatient ist sympathisch und natürlich hat man als Kassenpatient nicht automatisch schlechtere Karten als ein Privatpatient. Bei Hausärzten habe ich erlebt, dass es hier überhaupt keinen Unterschied gibt.

Wie ist es mit Terminen beim Spezialisten oder beim Zahnarzt?

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man als Privatpatient beim Zahnarzt oder auch bei Spezialisten wie einem Radiologen doch deutlich schneller einen Termin bekommt wenn man sich als Privatpatient ausweist. Sagt man zu der Arzthelferin, dass man “privat” ist, so heisst es oft “Achso, ja dann kann man das machen” oder ähnlich.

Gerade Spezialisten können bei bestimmten Leistungen ganz andere Sätze berechnen. An einem Privatpatienten verdient ein Spezialist somit deutlich mehr Geld. Man kann den Ärzten hier keinen Vorwurf machen, denn es liegt am System. Hätte ich als Autoverkäufer Kunden, die immer 30% mehr für ein Auto bezahlen, dann wären diese für mich auch deutlich interessanter. Lediglich der sensible Bereich der Gesundheitsversorgung macht eine solche Ungleichbehandlung beim Spezialisten zu einer heiklen Angelegenheit.

In einer Fernsehsendung wurde von einem Arzt berichtet der nur Privatpatienten als Patienten nimmt weil er sonst nicht kostendeckend arbeiten kann bzw. mehr Geld verdienen will. Dies ist allerdings ein Ausnahmefall.