Versicherungspflichtgrenze

Die Versicherungspflichtgrenze bei der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Bei der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung gibt es verschiedene Werte, die dem Verbraucher zu Orientierung behilflich sind und zudem Entscheidungsmöglichkeiten einräumen. Ein Wert davon ist die Versicherungspflichtgrenze. Sie bezeichnet für den Arbeitnehmer die Grenze, bis zu welchem Eurobetrag die Pflicht besteht, in der gesetzlichen Krankenkasse versichert zu sein. Diese Grenze schwankt jährlich und wird vom Staat festgelegt.

Die Grenze im Jahr 2012
Auch im Jahr 2012 wurde eine spezielle Versicherungspflichtgrenze, auch häufig Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt, festgelegt. Diese beträgt bei einem Jahreseinkommen von 50.850 Euro. Dies beläuft sich demzufolge monatlich auf 4237,50 Euro. Nur wer regelmäßig mit dem Bruttoeinkommen über dieser Grenze liegt, hat die Möglichkeit zur privaten Krankenversicherung zu wechseln. Des Weiteren gibt es eine besondere Versicherungspflichtgrenze. Diese wurde speziell für Leute geschaffen, die am 31.12.2003 versicherungsfrei und über die PKV vollversichert waren. Die besondere Versicherungsgrenze wurde eingeführt, da es vom Jahr 2002 zum Jahr 2003 zu einer großen Anhebung des Grenzwertes kam. Damit wollte man verhindern, dass viele Privatversicherte wieder zurück in die Versicherungspflicht rutschen. Aktuell liegt der Wert für diese Personengruppe bei 45.900 Euro.

Wer zählt zur Versicherungspflichtgrenze?
Nicht jeder Gehaltsbestandteil zählt in die Berechnung der Jahresarbeitsentgeltgrenze ein. Auch hier wurden vom Staat Regelungen festgelegt. Meist handelt es sich dabei um Gehalts- und Lohnbestandteile, die regelmäßig gezahlt werden. Folgende Faktoren fließen in das Einkommen der Versicherungspflichtgrenze ein.

• Arbeitsentgelt (Lohn oder Gehalt)
• Vermögenswirksame Leistungen
• Überstundenvergütungen (pauschal)
• Zulagen
• Bereitschaftsdienste (Klinik oder Arztpraxen)
• Jahressonderzahlungen, wie beispielsweise Weihnachtsgeld

Nicht berücksichtigt werden hingegen:

• Direktversicherungsbeiträge
• Kindergelder oder andere Zuschläge aufgrund des Familienstandes
• Fahrtkostenersatz
• Vergütung von Überstunden, die nicht pauschal abgerechnet wird

Erleichterung im Jahr 2011
Im Jahr 2011 wurden die Regelungen zur Versicherungspflichtgrenze erleichtert. Ein bestehendes Gesetz zur Stärkung der gesetzlichen Krankenversicherungen machte den Wechsel zur PKV unnötig schwer. Es musste so nicht nur zukünftig die Versicherungspflichtgrenze überschritten werden, sondern auch rückwirkend. Diese Regelung besagte, dass ein Mitglied dann wechseln konnte, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze überstiegen wurde und zudem auch in den drei darauf folgenden Jahren überschritten wird (GKV-WSG). Zum 1. Januar 2011 wurde diese Vorgabe rückgängig gemacht und somit der Wechsel in die private Krankenversicherung deutlich erleichtert. Nun muss die Grenze nur ein einziges Mal überschritten werden, um das Recht zu haben, in die PKV zu wechseln. Gerade für Berufsanfänger bietet dies einen großen Vorteil, da diese schon vorausschauend in die private Versicherungsvariante wechseln können. Natürlich ist nach wie vor auch eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung eine Alternative.