Milliardenüberschüsse GKV – Pleitegeier PKV?

Wieso haben die gesetzlichen Krankenkassen auf einmal Milliardenüberschüsse, aber die PKV steht als Pleitegeier da? Hier kann man natürlich spotten, aber vielmehr sollte man gründlich darüber nachdenken und seine Schlüsse ziehen.

Auf der einen Seite gibt es Menschen, die die PKV abschaffen und eine Bürgerversicherung wollen. Dann gibt es Wirtschaftsliberale, die die gesetzlichen Krankenkassen anschaffen wollen, sodass es mehr Wettbewerb und nur noch die privaten Krankenversicherungen gibt. Ich bin der Meinung, dass die Wahrheit hier irgendwo in der Mitte liegt.

Natürlich kommen sich gesetzlich Versicherte ein wenig “veräppelt” vor wenn sie sehen, dass man 1x pro Quartal eine Praxsigebühr bezahlen muss, die gesetzlichen Krankenkassen aber unglaubliche Überschüsse haben, die sie eigentlich gar nicht haben sollten.

Gleichzeitig sehen Privatpatienten wie ihre Kassen Pleite gehen. Es gibt immer mehr private Krankenkassen, die teilweise mit Beiträgen unter 40 und unter 30 Euro werben. Die bevorzugten Kunden sind hier vor allem Selbständige. Diesen Preisdruck halten weder die DIrektversicherungen, noch die alteingesessenen privaten Krankenkassen aus.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen

Auf jeden Fall benötigen wir ein gerechtes Krankenversicherungssystem. Es ist einfach ungerecht, dass sich Beamte und Selbständige privat versichern dürfen und dadurch sparen und eine bessere Leistung erhalten, Angestellte jedoch nicht.

Gleichzeitig würde eine “Bürgerversicherung” viele neue Fragen aufwerfen, die aber in Bundestagsreden nicht wirklich geklärt werden. Ist ein Selbständiger dann gezwungen in die Bürgerversicherung zu wechseln? Muss er dann ganz normal die Hälfte von 14,7 % seines Einkommens entrichten oder die vollen 14,7 %?

Viele vergessen ja, dass selbständige Menschen selbständig sind. Sie haben keinen Arbeitgeber, der dann 50% des Arbeitgeberanteils übernehmen würde.